Bonnievale

Glanz und Elend

Wer Südafrika bereist, ist zutiefst beeindruckt über die abwechslungsreichen und schönen Landschaften, von der grünen Garden Route am Indischen Ozean, den wandgleich aufragenden Drakensbergen, dem Out-of-Africa-Flair im Buschveld der Nationalparks, dem mediterran-europäisch wirkenden Kapstadt oder den Halbwüsten im Landesinnern. Das Elend der Armenviertel wird oft nur als eine Art störendes Hintergrundrauschen am Rande einer Schnellstraße wahrgenommen.

Müll und Wellblech

So ging es auch Aly und Nicole Zeimen sowie Marc Hermes, bis sie 2002 Heidi van der Merve kennenlernten. Die Südafrikanerin zeigte den drei Luxemburgern den unweit von ihrer Gästefarm gelegenen Slum von Bonnievale. Der kleine Ort befindet sich im Westkap, 180 km östlich von Kapstadt am Ufer des Breede Rivers am Rande der Kleinen Karoo. Dort hatten sich rund 150 Familien in armseligen Wellblechhütten ohne sanitäre Einrichtungen auf einer ehemaligen Müllhalde angesiedelt. Krankheiten, Arbeitslosigkeit, Drogen, Alkohol und AIDS sind hier grausamer Alltag, für uns Europäer kaum vorstellbar. Arbeit gibt es allenfalls als Tagelöhner während der Erntezeit. Viele sind Alleinerziehende und Kinder. Mangels offizieller Wohnanschrift haben die wenigsten einen Personalausweis.

Inspiration und Hoffnung

Die jungen Leute waren schockiert, inspiriert und motiviert. Es war klar, hier musste etwas getan werden! Die erste Idee waren Einwegkameras, die an die Kinder verteilt wurden. Man erklärte ihnen die Grundbegriffe der Photographie und ihre Aufgabe bei diesem ersten Projekt: „Photographiert euch, euer Leben, alles was Euch gefällt und was ihr tut, seht oder euch wünscht.“ So entstand aus kindlicher Perspektive spielerisch und mit großer Begeisterung eine allererste Dokumentation, ein buntes Kaleidoskop des Lebens in Bonnievale. Die Bilder zeigten, daß es inmitten von Verwahrlosung, Verzweiflung und Armut dennoch Freude, Hoffnung und Menschenwürde gibt. Die besten Photos wurden für einen Kalender und Grußkarten ausgewählt, deren Verkaufserlös für Bonnievale bestimmt war. Die Bilder weckten das Interesse vieler Menschen an dem Projekt. Daraufhin wurde 2003 im Großherzogtum Luxemburg der gemeinnützige Verein Bonnievale-Project asbl nach luxemburgischem Recht gegründet. Später wurde zusätzlich in Südafrika „Lux Pro Dignitas“ mit offizieller Anerkennung als gemeinnützige NGO (Nichtregierungsorganisation) gegründet.

Fortschritt und Resultate

Inzwischen wurde aus Spendenmitteln ein auf dem Slumgelände befindliches verlassenes Gebäude instandgesetzt. Jobs für etliche Slumbewohner. Dort wurde eine Kinderkrippe untergebracht. Rund 80-100 Kinder erhalten hier momentan nicht nur ein soziales Umfeld, sondern auch eine „feste“ Adresse, um sich offiziell als Bürger in das Gemeinderegister eintragen zu können. Denn nur so haben sie später die Chance, eine öffentliche Schule besuchen zu können, die Erwachsenen eine Chance auf einen formalen Arbeitsplatz. Desweiteren konnten bereits rund zehn Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine Küche versorgt die Kinder mit einem täglichen Essen. Ein Abenteuerspielplatz wurde angelegt, außerdem ein Gemüse- und Kräutergarten, wo die Erwachsenen einfache Techniken des Ackerbaus erlernen. Von den landwirtschaftlichen Erträgen profitiert inzwischen das ganze Camp und voraussichtlich können Überschüsse schon bald an umliegende Restaurants geliefert werden.

Träume und Visionen

Mehr als genug bleibt noch zu tun: Elektrifizierung des Gebäudes, Kinderspielzeuge, warme Decken, Waschräume, eine sichere Kinderkrippe (Crèche) für Babies. Die junge Fußballmannschaft braucht Schuhe, Sportkleidung und Bälle. Der Garten benötigt eine Bewässerungsanlage mit Wasserspeicher. Das Gebäude soll eine Stoep, einen offenen, jedoch überdachten Vorbau bekommen, wo die Kinder essen, spielen und basteln können. Die Kinder sollen „von der Straße“ mit ihrer Perspektivlosigkeit und Kriminalität ferngehalten werden; sie sollen ein sinnvolles Freizeit- und Bildungsangebot erhalten. Den Erwachsenen sollen Ausbildungs- und Jobchancen eröffnet werden.

Auch lokale Organisationen wie der Rotary-Club von Bonnievale werden eingebunden. Das ganze Projekt lebt von den Mitmachern, ohne die die Macher wenig bewegen könnten. Ohne Geld – so profan das klingen mag – geht nichts. Albert Schweitzer meinte: "Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren."?

Auch lokale Organisationen wie der Rotary-Club von Bonnievale werden eingebunden. Das ganze Projekt lebt von den Mitmachern, ohne die die Macher wenig bewegen könnten. Ohne Geld, so profan das klingen mag, geht nichts. Albert Schweitzer meinte: "Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren."?

Und auch Sie können helfen!

Wenn auch Sie die Kinder von Bonnievale unterstützen wollen, geben Sie das bei Ihrer Buchung bitte einfach an. Wir berechnen Ihnen dann EUR 10 pro Person zusätzlich zu Ihrem Reisepreis. Wir von Boomerang Reisen geben dann weitere 10 Euro dazu und leiten sie an Bonnievale-Project weiter.

Wenn Sie während Ihres Südafrika-Aufenthaltes das Bonnievale-Projekt besuchen möchten oder vielleicht freiwillig an dem Projekt mitwirken möchten, besteht im nahegelegenen Merwenstein Guest House, einer Frucht- und Weinfarm, die Möglichkeit, zu übernachten. Fragen Sie Ihren Spezialisten von Boomerang Reisen.